Als Einstieg ein Rückblick - aus rekordverdächtiger Höhe
Beim blog gibt's bekanntlich als Erstes das Letzte - das Neueste, Aktuellste nämlich. Und so steht hier der Rückblick ganz oben. Kein Rückblick im Sinne eines Resümees, eher ein Ausklang, ein Schlussakkord. Um zur Ouvertüre, dem Auftakt zu kommen hier klicken, ganz unten (im blog) einfädeln (runter scrollen) und dann in ruhigem Hin und Her nach oben durchsteigen - ganz wie bei der ersten Welle des Tages.
Eine Liste der einzelnen Einträge in der Reihenfolge, in der sie geschrieben wurden, gibts hier

Wer aber schon mal hören will, wie der letzte Ton ausklingt, für den geht's hier weiter...

"Jetzt bist Du über tausende von Kilometern nach Mendoza gereist, da kannst Du auch die letzten 800 noch unter die Hufe nehmen!"
Mit diesem buchstäblich einladenden Argument hatten mich Freunde in San Martin de los Andes schnell überzeugt. Allzu wörtlich nahm ich es aber nicht - 800 Meter per Huf waren erstmal genug (siehe dort).
Nach 15 Stunden im Luxusbus war ich wieder in Patagonien - und wurde von einer alten Bekannten begrüsst: der Kirchturm-Lenti ! Sie war etwas reifer geworden seit ich sie vor sieben Jahren zum letzten Mal gesehen hatte..

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heute und damals, als auch die Kirche noch ihr altes Häubchen trug

Zum Fliegen hätte sie mich gerne überredet, aber da war nix zu machen - kein Flugzeug weit und breit!
Mit Freunden, in der Natur einfach noch ein paar Tage Frühling geniessen, den Herbst hinausschieben und die "Mendoza-Show" der letzten Wochen nochmal Revue passieren lassen, dazu war San Martin der perfekte Ort.
Und auch das Wetter - ja, jetzt hiess es wieder Wetter und nicht mehr Meteo - gab sich alle Mühe: die neckenden Lentis hatten sich verzogen und einem blank geputzten Himmel Platz gemacht, der mit seiner supersauberen Luft volle Farben und scharfe Konturen in die Landschaft legte.

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Die perfekte "Dekompression"...

Als dann die Zeichen wieder langsam auf Sturm drehten ....

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war es leider endgültig Zeit, in den Flieger zu steigen, den grossen und lauten.

Zum sanften, schonenden Abschied offerierte mir LAN Chile eine scenic tour über die Anden nach Santiago.

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Dann übernahm die SWISS und beim Einchecken war ich schon wieder fast zuhause. Ein leichter Fondue-Duft zog durch die Kabine und kaum hatte ich mich in 21A eingenistet kam auch schon die Heidi von der Alm mit einem Schokolädli....
Oder bildete ich mir das alles nur ein?
War etwa dieses ganze Mendoza Ding nur ein wilder Traum - eine Idee fixe, eine Projektion des spannendsten Verlaufs einer Phantasie-Expedition? ausgelöst womöglich durch akuten Sauerstoffmangel?
Ich schaute durch das Fenster hinaus. Wir waren hoch, sehr hoch, sicher viel höher, als bei all meinen Flügen von Plumerillo aus - jedenfalls höher als bei allen, die ich mir zusammengeträumt hatte. Rekordverdächtig hoch, sozusagen. Von den Anden nichts zu sehen, nur weisses Gewölk, weit unten. Und tiefes Blau oben. Mir war leicht schwindlig, also doch zu wenig Sauerstoff?
Dann spürte ich einen seltsamen Druck auf meinem rechten Arm; er wurde stärker und begann zu pulsieren. Als mich etwas in den Unterarm stach, löste ich meinen Blick vom "outer space" und fuhr erschrocken herum. Ich sah in das leicht amüsierte Gesicht meines Sitznachbarn, der mich höflich angetippt hatte und hörte die Frage: " Was sehen Sie denn in diesem eintönigen Blauweiss, das Sie so fasziniert?"
Verlegen drehte ich den Kopf zwischen ihm und dem Fenster hin und her. Gerade als ich mir was zu Ultraviolet- und kosmischer Strahlung zusammengereimt hatte, brach die Wolkendecke auf und schräg voraus erkannte ich 10 Kilometer tiefer Mendoza und seinen airport Plumerillo. Dann war alles wohl doch kein Traum !

Ich deutete auf die Stadt dort unten und begann ihm die Geschichte von

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Operation Mendoza 2006 zu erzählen....

..die so begann.


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