Schwierigkeiten, trouble, problemos...
24/03/09 14:13 Filed in: photos of the
week
die photos der Woche 12 sind
online - allerdings erst nach Stunden
frustrierender export - und upload Anstrengung.
Die software, die ich für das Erstellen von
Wolfsview verwende (RapidWeaver), scheint echt
und ernsthaft widerspenstig zu werden, sobald
man auf über 80 Seiten und mehr als 200Mb kommt.
Das ist ärgerlich. Ich versuche mich noch in den
relevanten Foren schlau zu machen, habe aber
keine grosse Hoffnung auf nachhaltige Lösungen.
Andrerseits liefert dies aber auch den letzten Anstoss zum Umbau der website. Das bedeutet den Umstieg auf andere blog software (wahrscheinlich wordpress) - Geduld ist daher angesagt, denn es kann Wochen dauern, bis ich da alles wieder im Griff habe (es sei denn es melden sich hilfreiche Engel, die wordpress, oä .. Kompetenz haben).
Zwischendurch versuche ich wolfsview einigermassen aktuell zu halten - auch wenn das bedeuten kann, dass alte Inhalte verschwinden (wie z.B. das Mendoza MWP-Movie, das ich mal vorläufig aus dem Angebot genommen habe).
Für heute also:
enjoy it while it lasts!
Andrerseits liefert dies aber auch den letzten Anstoss zum Umbau der website. Das bedeutet den Umstieg auf andere blog software (wahrscheinlich wordpress) - Geduld ist daher angesagt, denn es kann Wochen dauern, bis ich da alles wieder im Griff habe (es sei denn es melden sich hilfreiche Engel, die wordpress, oä .. Kompetenz haben).
Zwischendurch versuche ich wolfsview einigermassen aktuell zu halten - auch wenn das bedeuten kann, dass alte Inhalte verschwinden (wie z.B. das Mendoza MWP-Movie, das ich mal vorläufig aus dem Angebot genommen habe).
Für heute also:
enjoy it while it lasts!
Wer mehr sehen will..
23/03/09 11:52 Filed in: photos of the
week
..muss ins Archiv!
Das setup der "photos of the week" - Seiten hat einen Nachteil (mehr als einen? tell me!): will man mehr als eine Seite sehen, kann man sich nur wochenweise in die Vergangenheit durch klicken. Oder von dort Klick für Klick in die Gegenwart zurück kommen.
Das ist umständlich, bietet dafür Überraschung.
Wer gezielter schauen will, kann jetzt in dem Archiv einzelne Wochen direkt ansteuern.
Das setup der "photos of the week" - Seiten hat einen Nachteil (mehr als einen? tell me!): will man mehr als eine Seite sehen, kann man sich nur wochenweise in die Vergangenheit durch klicken. Oder von dort Klick für Klick in die Gegenwart zurück kommen.
Das ist umständlich, bietet dafür Überraschung.
Wer gezielter schauen will, kann jetzt in dem Archiv einzelne Wochen direkt ansteuern.
Ordnung muss her!
19/03/09 16:59 Filed in: Segunda Vida
Und das heißt Regeln müssen her.
Ohne Regeln keine Ordnung.
Warum sie diesem abgedroschenen Slogan auf den Leim gingen wissen die Götter. Jahrzehntelang, ja sogar über ein Jahrhundert lang, haben die Väter und Verwalter der Stadt San Martin de los Andes den Verkehr sich selbst überlassen. (Ich rede hier vom Straßen-Verkehr!). Es gab nie Probleme: nach der Gründung der Siedlung vor ziemlich genau 111 Jahren be-weg-te man sich, buchstäblich. Man ging, oder ritt, die wenigen Wege entlang. Das Verkehrsaufkommen war gering - für wichtige Reisen und Transporte nahm man das Boot - und die Geschwindigkeit begrenzt, ein gelegentlicher Streit um den Vor-Tritt konnte en passant geregelt werden.
Klar, seither hat sich einiges geändert. Wie ich in einem früheren Eintrag (Ungeschützter Verkehr) beschrieb, haben sich die - nun Vor-Fahrt - Regeln organisch mit dem Ausbau des Straßennetzes entwickelt. Von selbst. Ohne Intervention der lokalen, provinziellen oder föderalen Autoritäten.
Es entstand ein Satz von pragmatischen Verhaltensmustern destilliert aus Überlebensinstinkt, den lokalen, geografischen Eigenheiten, den Möglichkeiten zwanzig Jahre alter Automobiltechnik, und aus der Kerneigenschaft der argentinischen Fahrkünstler: der Arroganz.
Eine Mischung, die funktioniert.
Und nun das!
Gestern Abend war noch alles beim Alten, nicht das geringste Zeichen, dass die Welt bald eine andere sein würde.
Ich fahre also heute Morgen Richtung "downtown" um einzukaufen und sehe schon kurz nach dem Kontrolposten der Policia caminera, gleich beim ersten Nachbarschafts-Supermarkt, die neuen Schilder.
Nicht eines, oder zwei, nein, gleich sechs Verkehrszeichen wachsen da aus dem staubigen Bankett, auf den letzten 50 Metern vor der neuen "rotunda", dem Kreisverkehr, an dem seit einem halben Jahr gelegentlich gebaut wird.
Sie stören das gewohnte Panorama, wirken fremd und fehl am Platz. Unnütz, überflüssig. Denn erstens sucht sich jeder den Weg durch den Hindernisparcour der Baustellen und Schlaglöcher, der am besten seiner Laune und der Tagesform seines Mobils entspricht. Und zweitens schafft es kein Schilderwald der Welt Riesenbusse, Pferde und aufgemotzte kleine Fiats ohne Konflikte aneinander vorbei zu regeln.
Verstehen doch bei weitem nicht alle Verkehrsteilnehmer - und ich rede da nicht nur von Pferden! - was die bunten Zeichen bedeuten. Vorfahrt im Kreisverkehr? wie ging das schon wieder? Das Lokalradio versucht da (wie schon anderer Stelle beschrieben) Hilfestellung zu leisten. A la Werbespot kündigt der Sprecher die jüngsten Errungenschaften bei der Verbesserung des Verkehrsflusses an, lobt die Entschärfung der kritischen Kreuzungen. Und erklärt dann, wie das in der rotunda funktionieren soll: "..lasst bitte die Vorfahrt denen, die den Kreisel verlassen!"
Eine interessante Formulierung.
Läuft im Ende auf die bekannte Regel hinaus: Wer kreist hat Vorfahrt. Ich muss ja wohl annehmen, dass der, der da kreist, irgendwann mal damit aufhört. Spätestens wenn das Benzin alle ist.
Aber Logik beiseite.
Es stellt sich die Frage, ob die Einführung der Verkehrszeichen ein Fortschritt ist. Ist der Verkehr strikter geregelt? Ist er sicherer? Fließt er schneller?
Nichts dergleichen!
Regeln müssen durchgesetzt werden - das interessiert hier aber niemanden.
Sicherheit lässt sich durch Vorschriften nur begrenzt verbessern. Vorschriften, die nur wenige verstehen, nur einige akzeptieren, erhöhen die Konfusion. Es weiß ja niemand, ob der andere versteht, akzeptiert und befolgt.
Der Überlebensinstinkt diktiert da zögerndes Herantasten an den potenziellen Konflikt.
Und das hemmt den Fluss.
Da funktionierten die alten Gewohnheiten eindeutig besser, alles floss instinktiv, ohne Regeln, in natürlicher Ordnung.
Von wegen: ohne Regeln keine Ordnung!
Friday, the thirteenth..
17/03/09 11:15 Filed in: Segunda Vida
A boring grey in the sky? Light drizzle over the
lake?
Where am I? What time is it, what day? Is this a bad dream?
I pinch myself, finger for the watch on the bedside table:
07:35 am, 3/13, Fr I read, when my eyes finally focus.
Well, that explains something: Friday, the thirteenth! This dreadful weather is nothing but a subtle hint in the sky of the black Friday.
Ok, for the less superstitious I offer a different interpretation: I'm "over the hill", geographically speaking.
On the western slope of the Andes, in Chile, the wind pushes the moist Pacific air up the mountains. And that means upslope, blocked flow, clouds, fog, rain. All well known from weather forecasts for the Alps, the Rockies, mountain ranges anywhere.
No reason to worry, all has its straightforward logical explanation.
An hour later Jeff and I are having breakfast. We enjoy our smoothies, warm brownies, homemade plum marmalade, and fresh coffee. Something Tchaikovsky wafts through the air - until a sudden "plop" and the sound of rushing water disrupt the idyllic scene. Is there somebody taking a shower in an upstairs room?
Two minutes later water comes running down the beams from the ceiling.
We're already moving chairs, couches and sound equipment out of the area of precipitation when the manager storms through the door. Stunned and bewildered she looks up. "El tanque, se rompió el tanque" she cries - the tank, the tank burst - and off she runs to close the valve.
Then we follow her up the stairs, through one of the guest rooms, up a ladder, through a hatch into the attic to the place where the catastrophe began. Everything is quiet - and wet. A short brainstorming leads us to the following conclusion: the repair patch of a leak in the tank a couple of days ago couldn't take the regular pressure delivered by the pump. Once Lilian opened the feeder line for hot water from the boiler the leak sprung up again.
Why did she open this feeder today?
Today, on Friday, the thirteenth?
Perhaps we should approach the drive back with an extra dose of caution.
As we reach the border station on the Chilean side there's no queue, not a single person ahead of us. We get our stamps from the lady at immigration and the guy at customs without any delay and five minutes later we're on our way through 10 miles of no-mans land. Over on the other side the Argentinean colleagues deliver a repeat performance. Incredible! We make record time to "chori-pan" (chorizo sausages in a roll) and our favorite lunch spot in Villa Angostura.
Is Fortuna trying to compensate for the water accident during breakfast? Is this dreaded combination of Friday and the Thirteen plain nonsense after all?
While waiting for traffic at a stop sign Jeff asks me to rev up the engine. Is there an unusual knocking sound? Normally this wouldn't surprise me, only two days ago Jeff had the valves adjusted.
But on this Friday?
At our next photo-stop the clack-clack got louder. Jeff believes.
I keep driving the way I always do and get us to San Martin without additional incidents.
At the first intersection Jeff asks me to turn right: " Let's just swing by my mechanic.."
Mauricio, the mechanic, doesn't believe in a misadjusted valve. " Could be one of the injection nozzles, or..., and the crankshaft appears to wobble a tiny bit, must have taken a pretty bad hit once."
That doesn't sound good, it seems like serious maintenance is called for, better now than later. Jeff makes an appointment and climbs in the driver's seat himself, just in case...
At least we'd made it home!
I move camera gear and bags into my car and drive over to Carlos' to schedule the next shoot for our video project. As I start the car again I hear - once more - a short "plop", just like this morning. No rushing sound this time, no water either. Instead, I can hardly move the steering wheel. Turn off the engine, open the hood, and check hydraulic fluid: everything ok. But why does the v-belt hang so loosely between the pulleys? It hasn't torn, where did its tension go?
Then I see the pulley under the car! The tension arm is broken!
"Can be fixed in half an hour" diagnoses the mechanic, whom Carlos had miraculously conjured up at 8pm this haunted Friday!
"Provided you find the appropriate spare part" he adds quickly.
Oh no! Not again!
The last time it took six weeks to find a part! And we just came back from Chile, where you can get anything at your friendly Ford dealer right around the corner!
Que mala suerte! What bad luck!
And today, of all days!
I leave the car in the parking lot and take the bus. Only ten minutes later I'm at my front door and turn the key in the lock. Well, I try to turn the key.
But no cigar - nothing moves. The key remains solidly in its vertical position. I rattle the key, the lock, the door, finally the entire house. Nothing moves.
It's 9pm by now! Do I have to wait another 3 hours for this damned Friday to pass? Will the key, the lock know then, too, that the Thirteenth has passed? Will they then give up their stubborn resistance?
I decide to look for an "alternate" entrance. And, lo and behold, I manage to make my way to a door on the balcony, which appears to be unlocked. I know that the alarm is set, but shouldn't I have the regular 30 seconds to enter the password?
Slowly I slide the door open and tiptoe in the kitchen,...YEWYEW-CHIPCHIP..the f@#$$ horn screams like it wants to waken the dead.
Twenty seconds later I have the code punched in and everything returns to silence.
Two minutes later the phone rings:" Hola, how are you? This is your alarm monitor, everything ok?"
The fact that I know the proper password convinces the guardian angel. He buys into my story and advises to call a locksmith first ting next morning.
Next morning?
On Saturday?
Forget it! Tomorrow the lock is going to work like it should!
Tomorrow I'm going to find the spare part for my vehicle!
Tomorrow the sky is going to be blue again!
But now, today? On Friday, the thirteenth?
No way I'm going to cook dinner - I don’t' want to burn this place down!
No way I'm going to take shower - let's leave the water tank alone!
Nothing but into bed and under the covers!
Where am I? What time is it, what day? Is this a bad dream?
I pinch myself, finger for the watch on the bedside table:
07:35 am, 3/13, Fr I read, when my eyes finally focus.
Well, that explains something: Friday, the thirteenth! This dreadful weather is nothing but a subtle hint in the sky of the black Friday.
Ok, for the less superstitious I offer a different interpretation: I'm "over the hill", geographically speaking.
On the western slope of the Andes, in Chile, the wind pushes the moist Pacific air up the mountains. And that means upslope, blocked flow, clouds, fog, rain. All well known from weather forecasts for the Alps, the Rockies, mountain ranges anywhere.
No reason to worry, all has its straightforward logical explanation.
An hour later Jeff and I are having breakfast. We enjoy our smoothies, warm brownies, homemade plum marmalade, and fresh coffee. Something Tchaikovsky wafts through the air - until a sudden "plop" and the sound of rushing water disrupt the idyllic scene. Is there somebody taking a shower in an upstairs room?
Two minutes later water comes running down the beams from the ceiling.
We're already moving chairs, couches and sound equipment out of the area of precipitation when the manager storms through the door. Stunned and bewildered she looks up. "El tanque, se rompió el tanque" she cries - the tank, the tank burst - and off she runs to close the valve.
Then we follow her up the stairs, through one of the guest rooms, up a ladder, through a hatch into the attic to the place where the catastrophe began. Everything is quiet - and wet. A short brainstorming leads us to the following conclusion: the repair patch of a leak in the tank a couple of days ago couldn't take the regular pressure delivered by the pump. Once Lilian opened the feeder line for hot water from the boiler the leak sprung up again.
Why did she open this feeder today?
Today, on Friday, the thirteenth?
Perhaps we should approach the drive back with an extra dose of caution.
As we reach the border station on the Chilean side there's no queue, not a single person ahead of us. We get our stamps from the lady at immigration and the guy at customs without any delay and five minutes later we're on our way through 10 miles of no-mans land. Over on the other side the Argentinean colleagues deliver a repeat performance. Incredible! We make record time to "chori-pan" (chorizo sausages in a roll) and our favorite lunch spot in Villa Angostura.
Is Fortuna trying to compensate for the water accident during breakfast? Is this dreaded combination of Friday and the Thirteen plain nonsense after all?
While waiting for traffic at a stop sign Jeff asks me to rev up the engine. Is there an unusual knocking sound? Normally this wouldn't surprise me, only two days ago Jeff had the valves adjusted.
But on this Friday?
At our next photo-stop the clack-clack got louder. Jeff believes.
I keep driving the way I always do and get us to San Martin without additional incidents.
At the first intersection Jeff asks me to turn right: " Let's just swing by my mechanic.."
Mauricio, the mechanic, doesn't believe in a misadjusted valve. " Could be one of the injection nozzles, or..., and the crankshaft appears to wobble a tiny bit, must have taken a pretty bad hit once."
That doesn't sound good, it seems like serious maintenance is called for, better now than later. Jeff makes an appointment and climbs in the driver's seat himself, just in case...
At least we'd made it home!
I move camera gear and bags into my car and drive over to Carlos' to schedule the next shoot for our video project. As I start the car again I hear - once more - a short "plop", just like this morning. No rushing sound this time, no water either. Instead, I can hardly move the steering wheel. Turn off the engine, open the hood, and check hydraulic fluid: everything ok. But why does the v-belt hang so loosely between the pulleys? It hasn't torn, where did its tension go?
Then I see the pulley under the car! The tension arm is broken!
"Can be fixed in half an hour" diagnoses the mechanic, whom Carlos had miraculously conjured up at 8pm this haunted Friday!
"Provided you find the appropriate spare part" he adds quickly.
Oh no! Not again!
The last time it took six weeks to find a part! And we just came back from Chile, where you can get anything at your friendly Ford dealer right around the corner!
Que mala suerte! What bad luck!
And today, of all days!
I leave the car in the parking lot and take the bus. Only ten minutes later I'm at my front door and turn the key in the lock. Well, I try to turn the key.
But no cigar - nothing moves. The key remains solidly in its vertical position. I rattle the key, the lock, the door, finally the entire house. Nothing moves.
It's 9pm by now! Do I have to wait another 3 hours for this damned Friday to pass? Will the key, the lock know then, too, that the Thirteenth has passed? Will they then give up their stubborn resistance?
I decide to look for an "alternate" entrance. And, lo and behold, I manage to make my way to a door on the balcony, which appears to be unlocked. I know that the alarm is set, but shouldn't I have the regular 30 seconds to enter the password?
Slowly I slide the door open and tiptoe in the kitchen,...YEWYEW-CHIPCHIP..the f@#$$ horn screams like it wants to waken the dead.
Twenty seconds later I have the code punched in and everything returns to silence.
Two minutes later the phone rings:" Hola, how are you? This is your alarm monitor, everything ok?"
The fact that I know the proper password convinces the guardian angel. He buys into my story and advises to call a locksmith first ting next morning.
Next morning?
On Saturday?
Forget it! Tomorrow the lock is going to work like it should!
Tomorrow I'm going to find the spare part for my vehicle!
Tomorrow the sky is going to be blue again!
But now, today? On Friday, the thirteenth?
No way I'm going to cook dinner - I don’t' want to burn this place down!
No way I'm going to take shower - let's leave the water tank alone!
Nothing but into bed and under the covers!
Freitag, der Dreizehnte
14/03/09 20:29 Filed in: Segunda Vida
Eintöniges Grau am Himmel? Leichter Nieselregen über
dem See!
Wo bin ich? Wie viel Uhr ist es, welcher Tag? Ist das ein Alptraum?
Ich zwicke mich in die Backe, taste nach der Uhr auf dem Tischchen:
07:45, Fr. 13.3 - kann ich nach ein paar Mal Blinzeln entziffern.
Aahhh, das erklärt einiges: Freitag, der Dreizehnte! Deswegen dieses aargrauische Wetter, nichts anderes also als ein mildes Zeichen des Schwarzen Freitags am Himmel.
Gut, für die weniger abergläubischen biete ich eine andere Interpretation an:
Ich bin "über dem Berg"! Geografisch gesehen! Ganz einfach!
Auf der Westseite der Anden, in Chile, treibt der Wind die feuchte Pazifikluft die Berge hoch. Das gibt Stau, Wolken, Nebel, Regen. Kennen wir ja vom Wetterbericht für die Alpen.
Kein Grund zur Sorge, alles hat seine rein logische Erklärung.
Eine Stunde später sitze ich mit Jeff beim Frühstück. Wir genießen unseren "Smoothie", den Bananen-Orangen-Birnen Saft, die warmen Brownies und die hausgemachte Pflaumen-Marmelade. Irgendwas Tschaikowsky schwebt durch den Raum. Bis ein trockenes "blop" und Wasserrauschen die Idylle stört. Duscht da jemand im Obergeschoss? Zwei Minuten später läuft Wasser die Balken runter, es tropft durch die Decke.
Wir sind schon dabei Polstermöbel und Lautsprecher aus der Niederschlagszone zu schieben als die Chefin hereinstürmt. Fassungslos blickt sie nach oben. "El tanque, se rompió el tanque" stößt sie hervor - der Tank, der Tank ist geborsten - und rennt zur Hausecke um das Ventil an der Wasserpumpe zu schließen.
Wir folgen ihr über die Treppe, durch ein Gästezimmer, auf die Leiter durch die Luke unters Dach, wo die Katastrophe ihren Anfang nahm. Alles ist ruhig - und nass. Kurzes Brainstorming bringt uns zu folgendem Schluss: Die Reparatur eines Lecks im Tank hielt dem normalen Überdruck, den die Pumpe liefert, nicht stand. In dem Moment, in dem sie die Zuleitung von Warmwasser aus dem Boiler öffnete, platzte das Leck wieder auf.
Warum sie die Zuleitung gerade heute öffnete?
Heute, am Freitag, dem Dreizehnten?
Vielleicht sollten wir den Heimweg eher vorsichtig angehen.
Als wir die chilenische Grenzstation erreichen, nehmen uns die Zöllner sofort dran. Kein Anstehen, kein Warten, nichts. Nach 5 Minuten sind wir schon auf dem Weg über die 16 Kilometer durchs "Niemandsland". Dito bei den argentinischen Kollegen. In Rekordzeit schaffen wir es zum chori-pan (chorizo im Brot) Lunch in Villa Angostura.
Ausgleichendes Glück? Alles Quatsch mit dem kombinierten Effekt von Freitag und der Dreizehn?
Als wir am nächsten Stoppschild warten glaubt Jeff ein ungewohntes Klopfen im Motor zu hören. Nicht gerade Besorgnis erregend, schließlich hatte er erst vorgestern die Ventile einstellen lassen.
Aber an diesem Freitag?
Beim nächsten Fotostop, klackert es etwas lauter. Meint Jeff.
Ich übernehme das Steuer und bringe den Hyundai ohne weitere Zwischenfälle nach San Martin.
Kurz vor dem Ortseingang lässt mich Jeff nach rechts abbiegen: " Fahren wir doch schnell beim mecanico vorbei.."
Und der glaubt nicht an ein Ventil-Problem. "Könnte eine Einspritzdüse sein, oder aber auch....!
Und die Kurbelwelle hat offenbar mal eine Schlag ab bekommen."
Klingt nicht gut, klingt nach seriösem Wartungsbedarf und zwar pronto!
Die letzten fünf Kilometer chauffiert wieder Jeff, just in case...
Immerhin, wir haben's nach hause geschafft!
Ich lade mein Gepäck um und fahre noch kurz bei Carlos vorbei um den nächsten Drehtag für unser Video zu planen. Als wir fertig sind und ich den Motor anlasse höre ich wieder so ein trockenes "blop" wie heute morgen schon mal. Kein Rauschen folgt, Wasser ist auch nicht zu sehen. Dafür kann ich das Biest kaum mehr lenken. Motor abstellen, Haube auf, Lenkhydraulik checken: alles i.O.
Nur der Keilriemen hängt schlaff und lustlos in seinen Rollen. Gerissen ist er nicht, wieso ist er also so spannungslos?
Dann sehe ich die Scheibe unter dem Auto! Der Spannarm ist abgebrochen!
"Repariert ist das in einer halben Stunde" findet der mecanico, den Truji wunderbarerweise um 8 Uhr abends, an diesem Freitag, noch herbei zaubern konnte. " Aber Du musst das Ersatzteil finden! ".
Nicht schon wieder! Nicht noch einmal!
Das letzte Mal hat das 6 Wochen gedauert! Und in Chile, wo es das beim Ford-Händler um die Ecke gibt, waren wir gerade! Que mala suerte! Welch' Unglück! Ausgerechnet heute.
Die Karre lasse ich stehen und fahre mit dem Bus nach Hause.
Schon 10 Minuten später drehe ich den Schlüssel im Schloss. Hm - versuche den Schlüssel im Schloss zu drehen. Aber nichts rührt sich, satt und fest hält der Schlüssel an seiner senkrechten Lage fest. Ich wackle am Schloss, an der Tür, an der Wand, schließlich am ganzen Haus. Nichts rührt sich. Es ist 21 Uhr! Muss ich jetzt noch 3 Stunden warten bis dieser verdammte Dreizehnte endlich vorbei ist? Weiß der Schlüssel, das Schloss, das auch? Gibt es dann auch nach?
Ich entscheide mich nach einem andern Zutritt zu suchen. Und tatsächlich: mit ein paar Tricks arbeite ich mich zu einer Balkontür vor und kriege sie auf. Der Alarm ist scharf, klar, aber ich müsste doch die 30 Sekunden Verzögerungszeit haben um den Code einzutippen?
Ich schleiche mich hinein,...BRÄÄ-HUIHUI - das Scheißhorn blärrt doch los.
Nach 20 Sekunden habe ich es ruhig gestellt.
Nach 2 Minuten klingelt das Telefon: "Hola, wie geht's? hier ist die Alarmzentrale. Alles in Ordnung?"Dank Passwort glaubt er schließlich meine Story und rät mir, morgen den Schlüsseldienst anzurufen.
Morgen?
Nee! Morgen funktioniert das Schloss ja wieder!
Morgen werde ich das Ersatzteil auftreiben!
Morgen ist auch der Himmel wieder blau!
Aber jetzt, heute? Am Freitag, den Dreizehnten?
Nix mehr mit Kochen - ich will ja nicht die Hütte abfackeln!
Nix mehr mit Duschen - lassen wir um Gotteswillen den Wassertank in Frieden!
Ab ins Bett unter die Decke!
Wo bin ich? Wie viel Uhr ist es, welcher Tag? Ist das ein Alptraum?
Ich zwicke mich in die Backe, taste nach der Uhr auf dem Tischchen:
07:45, Fr. 13.3 - kann ich nach ein paar Mal Blinzeln entziffern.
Aahhh, das erklärt einiges: Freitag, der Dreizehnte! Deswegen dieses aargrauische Wetter, nichts anderes also als ein mildes Zeichen des Schwarzen Freitags am Himmel.
Gut, für die weniger abergläubischen biete ich eine andere Interpretation an:
Ich bin "über dem Berg"! Geografisch gesehen! Ganz einfach!
Auf der Westseite der Anden, in Chile, treibt der Wind die feuchte Pazifikluft die Berge hoch. Das gibt Stau, Wolken, Nebel, Regen. Kennen wir ja vom Wetterbericht für die Alpen.
Kein Grund zur Sorge, alles hat seine rein logische Erklärung.
Eine Stunde später sitze ich mit Jeff beim Frühstück. Wir genießen unseren "Smoothie", den Bananen-Orangen-Birnen Saft, die warmen Brownies und die hausgemachte Pflaumen-Marmelade. Irgendwas Tschaikowsky schwebt durch den Raum. Bis ein trockenes "blop" und Wasserrauschen die Idylle stört. Duscht da jemand im Obergeschoss? Zwei Minuten später läuft Wasser die Balken runter, es tropft durch die Decke.
Wir sind schon dabei Polstermöbel und Lautsprecher aus der Niederschlagszone zu schieben als die Chefin hereinstürmt. Fassungslos blickt sie nach oben. "El tanque, se rompió el tanque" stößt sie hervor - der Tank, der Tank ist geborsten - und rennt zur Hausecke um das Ventil an der Wasserpumpe zu schließen.
Wir folgen ihr über die Treppe, durch ein Gästezimmer, auf die Leiter durch die Luke unters Dach, wo die Katastrophe ihren Anfang nahm. Alles ist ruhig - und nass. Kurzes Brainstorming bringt uns zu folgendem Schluss: Die Reparatur eines Lecks im Tank hielt dem normalen Überdruck, den die Pumpe liefert, nicht stand. In dem Moment, in dem sie die Zuleitung von Warmwasser aus dem Boiler öffnete, platzte das Leck wieder auf.
Warum sie die Zuleitung gerade heute öffnete?
Heute, am Freitag, dem Dreizehnten?
Vielleicht sollten wir den Heimweg eher vorsichtig angehen.
Als wir die chilenische Grenzstation erreichen, nehmen uns die Zöllner sofort dran. Kein Anstehen, kein Warten, nichts. Nach 5 Minuten sind wir schon auf dem Weg über die 16 Kilometer durchs "Niemandsland". Dito bei den argentinischen Kollegen. In Rekordzeit schaffen wir es zum chori-pan (chorizo im Brot) Lunch in Villa Angostura.
Ausgleichendes Glück? Alles Quatsch mit dem kombinierten Effekt von Freitag und der Dreizehn?
Als wir am nächsten Stoppschild warten glaubt Jeff ein ungewohntes Klopfen im Motor zu hören. Nicht gerade Besorgnis erregend, schließlich hatte er erst vorgestern die Ventile einstellen lassen.
Aber an diesem Freitag?
Beim nächsten Fotostop, klackert es etwas lauter. Meint Jeff.
Ich übernehme das Steuer und bringe den Hyundai ohne weitere Zwischenfälle nach San Martin.
Kurz vor dem Ortseingang lässt mich Jeff nach rechts abbiegen: " Fahren wir doch schnell beim mecanico vorbei.."
Und der glaubt nicht an ein Ventil-Problem. "Könnte eine Einspritzdüse sein, oder aber auch....!
Und die Kurbelwelle hat offenbar mal eine Schlag ab bekommen."
Klingt nicht gut, klingt nach seriösem Wartungsbedarf und zwar pronto!
Die letzten fünf Kilometer chauffiert wieder Jeff, just in case...
Immerhin, wir haben's nach hause geschafft!
Ich lade mein Gepäck um und fahre noch kurz bei Carlos vorbei um den nächsten Drehtag für unser Video zu planen. Als wir fertig sind und ich den Motor anlasse höre ich wieder so ein trockenes "blop" wie heute morgen schon mal. Kein Rauschen folgt, Wasser ist auch nicht zu sehen. Dafür kann ich das Biest kaum mehr lenken. Motor abstellen, Haube auf, Lenkhydraulik checken: alles i.O.
Nur der Keilriemen hängt schlaff und lustlos in seinen Rollen. Gerissen ist er nicht, wieso ist er also so spannungslos?
Dann sehe ich die Scheibe unter dem Auto! Der Spannarm ist abgebrochen!
"Repariert ist das in einer halben Stunde" findet der mecanico, den Truji wunderbarerweise um 8 Uhr abends, an diesem Freitag, noch herbei zaubern konnte. " Aber Du musst das Ersatzteil finden! ".
Nicht schon wieder! Nicht noch einmal!
Das letzte Mal hat das 6 Wochen gedauert! Und in Chile, wo es das beim Ford-Händler um die Ecke gibt, waren wir gerade! Que mala suerte! Welch' Unglück! Ausgerechnet heute.
Die Karre lasse ich stehen und fahre mit dem Bus nach Hause.
Schon 10 Minuten später drehe ich den Schlüssel im Schloss. Hm - versuche den Schlüssel im Schloss zu drehen. Aber nichts rührt sich, satt und fest hält der Schlüssel an seiner senkrechten Lage fest. Ich wackle am Schloss, an der Tür, an der Wand, schließlich am ganzen Haus. Nichts rührt sich. Es ist 21 Uhr! Muss ich jetzt noch 3 Stunden warten bis dieser verdammte Dreizehnte endlich vorbei ist? Weiß der Schlüssel, das Schloss, das auch? Gibt es dann auch nach?
Ich entscheide mich nach einem andern Zutritt zu suchen. Und tatsächlich: mit ein paar Tricks arbeite ich mich zu einer Balkontür vor und kriege sie auf. Der Alarm ist scharf, klar, aber ich müsste doch die 30 Sekunden Verzögerungszeit haben um den Code einzutippen?
Ich schleiche mich hinein,...BRÄÄ-HUIHUI - das Scheißhorn blärrt doch los.
Nach 20 Sekunden habe ich es ruhig gestellt.
Nach 2 Minuten klingelt das Telefon: "Hola, wie geht's? hier ist die Alarmzentrale. Alles in Ordnung?"Dank Passwort glaubt er schließlich meine Story und rät mir, morgen den Schlüsseldienst anzurufen.
Morgen?
Nee! Morgen funktioniert das Schloss ja wieder!
Morgen werde ich das Ersatzteil auftreiben!
Morgen ist auch der Himmel wieder blau!
Aber jetzt, heute? Am Freitag, den Dreizehnten?
Nix mehr mit Kochen - ich will ja nicht die Hütte abfackeln!
Nix mehr mit Duschen - lassen wir um Gotteswillen den Wassertank in Frieden!
Ab ins Bett unter die Decke!
ach! - das "A C H"
04/03/09 16:30 Filed in: Segunda Vida
A C H -
A nother C ortado H igh - oder auf Deutsch: der Kaffee-Turbo!
Nach einer kurzen argentinischen Nacht früh aufgestanden, die 50 Liegestütze und 80 sit-ups durch gepeitscht (;-), raus in den Garten, Rasen und Rosen gewässert, Wasser auf- und Tee angesetzt, den compu und das wifi eingeschaltet: die ganz normale morgendliche Hektik.
Dann einmal, zweimal, dreimal ganz langsam, ganz tief einatmen, auf den Teppich setzen, den ersten Schluck Tee probieren, das Räucherstäbchen anzünden, entspannen, einmal, zweimal, dreimal ganz tief ausatmen, auf das Blaurosa am Morgenhimmel konzentrieren, das Mantra chanten.
Und das alles vor dem Frühstück!
Kein Wunder, dass ich um elf schon erste Erschöpfungssymptome spüre - nach dem Staubsaugen im "Loft", dem Abarbeiten der E-Mails, dem Einsortieren der Fotos von gestern, dem Korrigieren der letzten Schreibversuche, dem Durchchecken und Anpassen der to-do Liste..
- Autoversicherung zahlen - lese ich da. In den Ort fahren heißt das, Internet-Banking oder gar so was wie automatische Einzugsverfahren gibt's ja hier nicht. Das passt gut, da komme ich so gegen zwölf in das Buch-Cafe zu Carlos, kann mich mit einem schnellen Cortado wieder etwas "aufrüsten".
Alles läuft wie geplant, ich finde meinen "Stamm"-Tisch frei, Marian bringt den café - so was wie eine Mischung aus Wiener Melange und italienischem Cappuccino - und stellt das Gläschen mit dem agua con gas daneben. Ein Wurf Zucker auf den Schaum, warten bis er im Hellbraun darunter verschwunden ist und dann ein erstes Mal nippen.....
Es dauert meist so fünf, sechs Minuten.
Dann höre ich es: die Musik, die Carlos aufgelegt hat. Heute ist es "Sympathy for the Devil", die Bossa Nova Version (ja, so was gibt es hier!!)
Dann komme ich auf Gedanken: wo und wann habe ich diesen Song schon gehört? (Jetzt rede ich vom Original, Rolling Stones, por supuesto! )
was ging mir dabei durch den Kopf - oder durch die Beine? welche Assoziationen kommen hoch, wozu haben sie mich inspiriert?
Dann treibt es mich vorwärts: ich sollte etwas im blog darüber schreiben, könnte wilde Fotos dazu schießen, ein paar Video-Clips zusammen basteln und dazu verlinken.
Und überhaupt: mal alle meine all time favorite Rock Classics auflisten, dazu Stimmungsbilder schreiben, der Intuition, der Assoziation freien Lauf lassen. Oder anders rum: über die highlights der letzten Woche phantasieren und den passenden Song dazu "erinnern".
Die Ideen brechen über mich herein. Ein kreativer Sturm tobt in meinem Kopf. Tausend Einfällen sollte ich nach gehen.
ACH - Another Cortado High, ich kenne das. Passiert ab und zu, kommt so unvorhersehbar wie das nächste Subpolar-Tief.
Ich muss dann ganz schnell eines meiner Kritzelbücher zücken und drauf los notieren. Denn in ein paar Minuten ist der Spuk vorbei. Nur wenn ich die Skizzen in Cortado-Trance hin gesudelt habe, können sie morgen, nächste Woche, oder nächstes Jahr noch mal den Funken der Begeisterung zünden.
Wird das Trippeln und Trommeln der Füße aber schon langsamer, versuchen die auf Routine getrimmten Neuronen im Hinterkopf erste Kritiken anzubringen und Zweifel vor zu schieben, dann finde ich später nur noch Spuren flüchtiger Rauchschwaden auf den Seiten. Vom Feuer der kreativen Inspiration ist nichts mehr zu sehen.
Dann hat die selbst erdachte Realität meinen spontanen Enthusiasmus in einen Zerfall mit kurzer Halbwertszeit gedrückt.
Ein zweiter cafecito vielleicht? Als Nachbrenner sozusagen?
Nee - funktioniert nie! Die Musen sind schon weiter gesegelt.
A nother C ortado H igh - oder auf Deutsch: der Kaffee-Turbo!
Nach einer kurzen argentinischen Nacht früh aufgestanden, die 50 Liegestütze und 80 sit-ups durch gepeitscht (;-), raus in den Garten, Rasen und Rosen gewässert, Wasser auf- und Tee angesetzt, den compu und das wifi eingeschaltet: die ganz normale morgendliche Hektik.
Dann einmal, zweimal, dreimal ganz langsam, ganz tief einatmen, auf den Teppich setzen, den ersten Schluck Tee probieren, das Räucherstäbchen anzünden, entspannen, einmal, zweimal, dreimal ganz tief ausatmen, auf das Blaurosa am Morgenhimmel konzentrieren, das Mantra chanten.
Und das alles vor dem Frühstück!
Kein Wunder, dass ich um elf schon erste Erschöpfungssymptome spüre - nach dem Staubsaugen im "Loft", dem Abarbeiten der E-Mails, dem Einsortieren der Fotos von gestern, dem Korrigieren der letzten Schreibversuche, dem Durchchecken und Anpassen der to-do Liste..
- Autoversicherung zahlen - lese ich da. In den Ort fahren heißt das, Internet-Banking oder gar so was wie automatische Einzugsverfahren gibt's ja hier nicht. Das passt gut, da komme ich so gegen zwölf in das Buch-Cafe zu Carlos, kann mich mit einem schnellen Cortado wieder etwas "aufrüsten".
Alles läuft wie geplant, ich finde meinen "Stamm"-Tisch frei, Marian bringt den café - so was wie eine Mischung aus Wiener Melange und italienischem Cappuccino - und stellt das Gläschen mit dem agua con gas daneben. Ein Wurf Zucker auf den Schaum, warten bis er im Hellbraun darunter verschwunden ist und dann ein erstes Mal nippen.....
Es dauert meist so fünf, sechs Minuten.
Dann höre ich es: die Musik, die Carlos aufgelegt hat. Heute ist es "Sympathy for the Devil", die Bossa Nova Version (ja, so was gibt es hier!!)
Dann komme ich auf Gedanken: wo und wann habe ich diesen Song schon gehört? (Jetzt rede ich vom Original, Rolling Stones, por supuesto! )
was ging mir dabei durch den Kopf - oder durch die Beine? welche Assoziationen kommen hoch, wozu haben sie mich inspiriert?
Dann treibt es mich vorwärts: ich sollte etwas im blog darüber schreiben, könnte wilde Fotos dazu schießen, ein paar Video-Clips zusammen basteln und dazu verlinken.
Und überhaupt: mal alle meine all time favorite Rock Classics auflisten, dazu Stimmungsbilder schreiben, der Intuition, der Assoziation freien Lauf lassen. Oder anders rum: über die highlights der letzten Woche phantasieren und den passenden Song dazu "erinnern".
Die Ideen brechen über mich herein. Ein kreativer Sturm tobt in meinem Kopf. Tausend Einfällen sollte ich nach gehen.
ACH - Another Cortado High, ich kenne das. Passiert ab und zu, kommt so unvorhersehbar wie das nächste Subpolar-Tief.
Ich muss dann ganz schnell eines meiner Kritzelbücher zücken und drauf los notieren. Denn in ein paar Minuten ist der Spuk vorbei. Nur wenn ich die Skizzen in Cortado-Trance hin gesudelt habe, können sie morgen, nächste Woche, oder nächstes Jahr noch mal den Funken der Begeisterung zünden.
Wird das Trippeln und Trommeln der Füße aber schon langsamer, versuchen die auf Routine getrimmten Neuronen im Hinterkopf erste Kritiken anzubringen und Zweifel vor zu schieben, dann finde ich später nur noch Spuren flüchtiger Rauchschwaden auf den Seiten. Vom Feuer der kreativen Inspiration ist nichts mehr zu sehen.
Dann hat die selbst erdachte Realität meinen spontanen Enthusiasmus in einen Zerfall mit kurzer Halbwertszeit gedrückt.
Ein zweiter cafecito vielleicht? Als Nachbrenner sozusagen?
Nee - funktioniert nie! Die Musen sind schon weiter gesegelt.
Dem Ende nahe..
01/03/09 16:59 Filed in: photos of the
week
..ist die Ferienzeit in San Martin de los Andes. Die
Argentinier sind fast alle wieder weit weg, zu Hause
also, die Chilenen bereiten sich gerade auf den Treck
zurück über die Anden vor. Bleiben noch die
Ausserkontinentalen, aber das sind nur wenige.
Ich finde also wieder dort einen Parkplatz, wo ich ihn brauche und komme in weniger als einer halben Stunde an der Kasse im Supermarkt vorbei.
Auch aus den photos of the week werden sich die "Touris" verabschieden.
Es sei denn ich treffe auf die Unentwegten, wenn ich mich selber auf die Reise mache.
Ich finde also wieder dort einen Parkplatz, wo ich ihn brauche und komme in weniger als einer halben Stunde an der Kasse im Supermarkt vorbei.
Auch aus den photos of the week werden sich die "Touris" verabschieden.
Es sei denn ich treffe auf die Unentwegten, wenn ich mich selber auf die Reise mache.