photos of the week(end)
19/02/09 12:09 Filed in: photos of the
week
Nach Cordoba über's Wochenende? 1200km einfach?
Für Segelflieger-Business setze ich mich schon mal 20 Stunden in den rollenden Schlafsessel. Und habe sogar hier und da Lust die Nikon ans Auge zu drücken - auch wenn sich keine Wolken oder Flügel in den Sucher drängen.
Für Segelflieger-Business setze ich mich schon mal 20 Stunden in den rollenden Schlafsessel. Und habe sogar hier und da Lust die Nikon ans Auge zu drücken - auch wenn sich keine Wolken oder Flügel in den Sucher drängen.
Unterwegs
10/02/09 17:42 Filed in: photos of the
week
Von Touristen habe ich gesprochen, im letzten
Beitrag: warum also nicht mal ein paar Fotos vom Touren?
Mache ich mich von San Martin de los Andes auf den Weg in die Alte Heimat - "alte" hier nicht im Sinn von vergangene, sondern (und deswegen A...) als Name, so wie in "Old Europe" - habe ich vier Etappen zu bewältigen. Und da gibt es genügend Gelegenheiten um auf den Auslöser zu drücken. Abgesehen vom End"spurt", wenn ich nur noch darauf warte an zu kommen, auch meist ausreichend Energie.
Mache ich mich von San Martin de los Andes auf den Weg in die Alte Heimat - "alte" hier nicht im Sinn von vergangene, sondern (und deswegen A...) als Name, so wie in "Old Europe" - habe ich vier Etappen zu bewältigen. Und da gibt es genügend Gelegenheiten um auf den Auslöser zu drücken. Abgesehen vom End"spurt", wenn ich nur noch darauf warte an zu kommen, auch meist ausreichend Energie.
¡Que Calor!
02/02/09 19:04 Filed in: Segunda Vida
long time - no see
würden die Amis sagen. Jaja, die Funkstille - dafür gibt's eine ganze Reihe von Gründen, oder Ausreden...
Aber jetzt geht's wieder los. In der neuen Residenz ist endlich auch ADSL angekommen und macht das Hochladen von etwas mehr als nur kleinen E-mail Dateien möglich.
Es wird also Neues zu lesen und zu sehen geben, nach und nach werde ich auch das Design, die Struktur von "wolfsview" etwas umbauen.
Schon vor knapp zwei Wochen habe ich begonnen darüber zu schreiben, über die Kälte dort, die Hitze hier. Inzwischen ist der erste Paragraph wohl nicht mehr so aktuell, als Einleitung taugt er aber immer noch, oder?
Dreizehn Eistage in Folge in la Suiza, fünfunddreißig unter Null in Vermont, Kältewellen auf Kärntner Seen, zehn Zentimeter Schnee auf Mallorca - ich wette, da wünschen sich mehr als ein paar ganz weit in den Süden.
Sie sollten sich gut informieren bevor sie allzu heftig wünschen. Ein bisschen zu weit nach links oder rechts gezielt und die Sache geht in die Hosen.
Jedenfalls wenn man die Südhalbkugel im Visier hat. Australien - das Südliche - könnte einem in den Sinn kommen. Aber aufgepasst: sind mehr als 40 Grad C über Tage (im Süden: Melbourne, Adelaide) wirklich das passende Kontrastprogramm zum ersten richtigen Winter seit Jahren? Locken tatsächlich die überdurchschnittlichen Regenmengen im Osten und Norden (Darwin), über die sich die Farmer freuen?
Erste Zweifel kommen auf, führen zur Änderung des Planes: bueno, vamos al America del Sur, besuchen wir Wolf in Argentinien! Prima, da freue ich mich! Nur: den idealen Sommer gibt's heuer hier auch nicht.
Verdurstende Rinder in der Pampa, hungernde Bauern, 5 Milliarden Dollar Schaden in der Landwirtschaft - die schlimmste Dürre seit fast 40 Jahren. Da kommt keine tolle Stimmung auf.
Hier in Patagonia gibt's genug Trinkwasser und auch für die Autowäsche und den Rasen langt's längstens. Aber das Land, die Bäume! Wohin man schaut, überall ein starker Braunstich. Am Abend sogar in der Atmosphäre. Und dafür ist diesmal keiner der vielen Vulkane in der Gegend verantwortlich, sondern der Gemeinderat, die Provinzregierung, das Parlament in Buenos Aires, möglicherweise auch Hugo Chavez, oder die Chinesen. Kommt darauf an, wen man fragt.
Für mich ist der Fall klar: es sind die Touristen! Die ganze kleine Stadt ist voller Busse, Autos, und fourwheel-bikes. Und die müssen ja jeden Tag irgendwo hin fahren, über trockene, holprige Panzerpisten. Andere Strassen gibt's ja nicht (außer der Ruta 234, die San Martin de los Andes mit dem Rest des riesigen Landes verbindet). Und das staubt eben zum Himmel. Der Wind, der jeden zweiten, dritten Tag von Chile herüber weht, sorgt dann für eine interessante Verteilung. Am Boden liegt ein feiner Teppich, in 20m Höhe markiert eine Staubspur jede Strasse und am Abend schweben in 200m alle Feinpartikel, die der "Höhenwind" mitgerissen hat.
Ach ja, Staub und Wind ist natürlich kein Filter, keine Dichtung gewachsen, Putzsüchtige können sich bei mir in der Hosteria zu Intensiv-Wochen anmelden.
Downtown San Martin spürt man vor allem die Hitze. Auch wenn's über Nacht richtig kühl wird, in den Kessel zwischen der montaña Curuhuinca, dem Cerro Comandante und dem See brennt die Sonne so richtig rein und ab high noon flüchtet jeder der kann in den Schatten oder den See.
Und je nach Zweck ihres Da-seins klingt ihr "¡Que Calor! " wie der Stossseufzer eines Straßenarbeiters oder die Mantra einer Sonnenanbeterin.
Von Klimawandel sprechen auch ein paar, schließlich ist es schon der zweite außergewöhnlich trockene und heiße Sommer im ganzen Land. Es ist auch eine Periode mit - für Patagonien - wenig Wind. Als jemand, der mal hier her kam um mit dem Segelflugzeug diesen Wind zu erforschen, habe ich da eine spezielle Sensibilität. Ich vermisse einfach die wilden Wolken am Himmel. Und Klaus, mein Pilotenfreund, der auch heuer wieder in San Martin nach Weltrekordwindwetter auf der Lauer lag, erzählte nur von einzelnen verzweifelten Versuchen wenigstens ein paar Mini-Strecken abzuspulen. Was entgegne ich also denen, die mir immer mit Erderwärmung und Apokalypse kommen?
Ich habe das Schlagwort gefunden: "La Niña"!
Klingt so ähnlich wie der bekanntere "El Niño", ist aber genau das Gegenteil. In der Meteorologie jedenfalls. Bei beiden geht es, einfach ausgedrückt, um die Wassertemperatur an der Oberfläche des Pazifiks. Ist sie im Ostpazifik, also drüben an Chiles Westküste, eher hoch, regnet es viel, ist sie niedrig, regnet es wenig. Im Westpazifik, also bei den Aussies, ist es gerade umgekehrt. Passt also alles zusammen: hier trocken, an Australiens Ostküste feucht - muss La Niña sein. Und die Wassertemperatur ist tatsächlich tief - na also! Genau wie letztes Jahr, wo's hier auch so gestaubt hat.
Die Experten prophezeien, dass es mit dem "kleinen Mädchen" noch bis in den (Nord-)Frühling weiter gehen wird. Und da die World Meteorological Organisation (WMO) den eisigen Winter in Europa auch "La Niña" in die Schuhe schiebt, könnte es mit mildem Frühlingswetter zwischen Berlin und Barcelona noch ein bisschen dauern. Hier in Patagonien steht uns dagegen wohl auch ein schöner Herbst bevor.
Vielleicht ist Ostern ja der richtige Zeitpunkt für eine Aus-Flucht Richtung Süden...
würden die Amis sagen. Jaja, die Funkstille - dafür gibt's eine ganze Reihe von Gründen, oder Ausreden...
Aber jetzt geht's wieder los. In der neuen Residenz ist endlich auch ADSL angekommen und macht das Hochladen von etwas mehr als nur kleinen E-mail Dateien möglich.
Es wird also Neues zu lesen und zu sehen geben, nach und nach werde ich auch das Design, die Struktur von "wolfsview" etwas umbauen.
Schon vor knapp zwei Wochen habe ich begonnen darüber zu schreiben, über die Kälte dort, die Hitze hier. Inzwischen ist der erste Paragraph wohl nicht mehr so aktuell, als Einleitung taugt er aber immer noch, oder?
Dreizehn Eistage in Folge in la Suiza, fünfunddreißig unter Null in Vermont, Kältewellen auf Kärntner Seen, zehn Zentimeter Schnee auf Mallorca - ich wette, da wünschen sich mehr als ein paar ganz weit in den Süden.
Sie sollten sich gut informieren bevor sie allzu heftig wünschen. Ein bisschen zu weit nach links oder rechts gezielt und die Sache geht in die Hosen.
Jedenfalls wenn man die Südhalbkugel im Visier hat. Australien - das Südliche - könnte einem in den Sinn kommen. Aber aufgepasst: sind mehr als 40 Grad C über Tage (im Süden: Melbourne, Adelaide) wirklich das passende Kontrastprogramm zum ersten richtigen Winter seit Jahren? Locken tatsächlich die überdurchschnittlichen Regenmengen im Osten und Norden (Darwin), über die sich die Farmer freuen?
Erste Zweifel kommen auf, führen zur Änderung des Planes: bueno, vamos al America del Sur, besuchen wir Wolf in Argentinien! Prima, da freue ich mich! Nur: den idealen Sommer gibt's heuer hier auch nicht.
Verdurstende Rinder in der Pampa, hungernde Bauern, 5 Milliarden Dollar Schaden in der Landwirtschaft - die schlimmste Dürre seit fast 40 Jahren. Da kommt keine tolle Stimmung auf.
Hier in Patagonia gibt's genug Trinkwasser und auch für die Autowäsche und den Rasen langt's längstens. Aber das Land, die Bäume! Wohin man schaut, überall ein starker Braunstich. Am Abend sogar in der Atmosphäre. Und dafür ist diesmal keiner der vielen Vulkane in der Gegend verantwortlich, sondern der Gemeinderat, die Provinzregierung, das Parlament in Buenos Aires, möglicherweise auch Hugo Chavez, oder die Chinesen. Kommt darauf an, wen man fragt.
Für mich ist der Fall klar: es sind die Touristen! Die ganze kleine Stadt ist voller Busse, Autos, und fourwheel-bikes. Und die müssen ja jeden Tag irgendwo hin fahren, über trockene, holprige Panzerpisten. Andere Strassen gibt's ja nicht (außer der Ruta 234, die San Martin de los Andes mit dem Rest des riesigen Landes verbindet). Und das staubt eben zum Himmel. Der Wind, der jeden zweiten, dritten Tag von Chile herüber weht, sorgt dann für eine interessante Verteilung. Am Boden liegt ein feiner Teppich, in 20m Höhe markiert eine Staubspur jede Strasse und am Abend schweben in 200m alle Feinpartikel, die der "Höhenwind" mitgerissen hat.
Ach ja, Staub und Wind ist natürlich kein Filter, keine Dichtung gewachsen, Putzsüchtige können sich bei mir in der Hosteria zu Intensiv-Wochen anmelden.
Downtown San Martin spürt man vor allem die Hitze. Auch wenn's über Nacht richtig kühl wird, in den Kessel zwischen der montaña Curuhuinca, dem Cerro Comandante und dem See brennt die Sonne so richtig rein und ab high noon flüchtet jeder der kann in den Schatten oder den See.
Und je nach Zweck ihres Da-seins klingt ihr "¡Que Calor! " wie der Stossseufzer eines Straßenarbeiters oder die Mantra einer Sonnenanbeterin.
Von Klimawandel sprechen auch ein paar, schließlich ist es schon der zweite außergewöhnlich trockene und heiße Sommer im ganzen Land. Es ist auch eine Periode mit - für Patagonien - wenig Wind. Als jemand, der mal hier her kam um mit dem Segelflugzeug diesen Wind zu erforschen, habe ich da eine spezielle Sensibilität. Ich vermisse einfach die wilden Wolken am Himmel. Und Klaus, mein Pilotenfreund, der auch heuer wieder in San Martin nach Weltrekordwindwetter auf der Lauer lag, erzählte nur von einzelnen verzweifelten Versuchen wenigstens ein paar Mini-Strecken abzuspulen. Was entgegne ich also denen, die mir immer mit Erderwärmung und Apokalypse kommen?
Ich habe das Schlagwort gefunden: "La Niña"!
Klingt so ähnlich wie der bekanntere "El Niño", ist aber genau das Gegenteil. In der Meteorologie jedenfalls. Bei beiden geht es, einfach ausgedrückt, um die Wassertemperatur an der Oberfläche des Pazifiks. Ist sie im Ostpazifik, also drüben an Chiles Westküste, eher hoch, regnet es viel, ist sie niedrig, regnet es wenig. Im Westpazifik, also bei den Aussies, ist es gerade umgekehrt. Passt also alles zusammen: hier trocken, an Australiens Ostküste feucht - muss La Niña sein. Und die Wassertemperatur ist tatsächlich tief - na also! Genau wie letztes Jahr, wo's hier auch so gestaubt hat.
Die Experten prophezeien, dass es mit dem "kleinen Mädchen" noch bis in den (Nord-)Frühling weiter gehen wird. Und da die World Meteorological Organisation (WMO) den eisigen Winter in Europa auch "La Niña" in die Schuhe schiebt, könnte es mit mildem Frühlingswetter zwischen Berlin und Barcelona noch ein bisschen dauern. Hier in Patagonien steht uns dagegen wohl auch ein schöner Herbst bevor.
Vielleicht ist Ostern ja der richtige Zeitpunkt für eine Aus-Flucht Richtung Süden...